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Alles kann auch anders gesehen werden - ubstairs - Fortbildungsinstitut

 

Alles kann auch anders gesehen werden

von positiven und negativen Schubladen und ihren Auswirkungen auf unseren Arbeitsalltag

Viele unserer „Probleme“ in unserem Alltag sind hausgemacht und entstehen aufgrund unserer Bewertungen von Situationen. Alfred Adler hat gesagt, dass alles anders gesehen werden kann und deshalb wollen wir uns in einer kurzen Reihe mal mit Bewertungen beschäftigen. Zunächst wird es um eine veränderte Perspektive Kindern gegenüber gehen und anschließend darum, wie du dich selber weniger bewerten kannst. Ich wünsche dir viel Freude und hoffe, dich mit diesen Anregungen in deinem Alltag ein klein wenig unterstützen zu können.

Ein Kind malt "DANKE" mit Kreide auf das Pflaster

„Die höchste Form menschlicher Intelligenz besteht darin, zu beobachten ohne zu bewerten.“ (Krishnamurti)

Schnee muss man doch lieben, oder?

Vielleicht wohnst du auch in einer der Regionen, in denen zur Zeit Schnee liegt. Oder vielleicht auch nicht?! Vielleicht magst du Schnee, vielleicht findest du ihn total doof… Wir schauen mal, wie der Schnee und das obige Zitat zusammenhängen.

Ich starte mal mit einem kleinen Beispiel von mir. Als es in der letzten Woche das erste Mal geschneit hat, stand eines meiner Kinder an der Tür und hat sich einfach nur gefreut. Ein anderes guckte nach draußen und schüttelte angewidert den Kopf.

Der eine verbindet Schnee mit Freude, mit Schlittenfahren oder was auch immer. Der andere friert schon beim Anblick von Schnee und wartet schon sehnsüchtig auf den Frühling. Jeder von den beiden bewertet Schnee also unterschiedlich und verknüpft andere Gefühle damit. Als dann etwas später klar war, dass keine Schulbusse fahren würden, mochten auf einmal beide den Schnee.

Vielleicht geht es dir auch so wie einem der beiden oder du hast zwei Herzen in deiner Brust und magst den Schnee für die Kinder oder weil er schön aussieht, bist aber gar nicht scharf darauf bei Schnee Auto zu fahren.

Energiegeladen oder schlapp?

Fühl doch mal in dich hinein – was fühlst du bei dem Gedanken an neuen oder noch mehr Schnee? Ist das ein positives oder ein negatives Gefühl? Angenommen, du freust dich und bist ganz entzückt, dass es mal wieder richtig Winter ist. Welche Auswirkungen hat das auf dein Verhalten? Bist du energiegeladen und motiviert und voller Tatendrang?

Angenommen du findest Schnee einfach nur ätzend – geht es dir dann auch so, dass du am liebsten wieder unter die Decke kriechen würdest? Also weitaus weniger Tatendrang verspürst als bei positiven Gefühlen?

Wie unsere Bewertungen entstehen

Dabei ist es doch „nur“ Schnee. Wie kann es sein, dass dasselbe Phänomen so unterschiedliche Reaktionen auslöst?

Das hängt mit unseren Bewertungen zusammen. Wir erleben eine Situation und geben sofort eine Bewertung ab. Und diese Bewertung erzeugt schlagartig ein Gefühl. Von diesem Gefühl lassen wir uns in unserer Reaktion leiten.

Unser Gehirn strukturiert, ordnet und interpretiert unser Erleben und gleicht es mit früheren Erfahrungen ab. Die Bewertung basiert auf unseren bisherigen Erfahrungen und den Schlussfolgerungen, die wir daraus gezogen haben. Und unsere Bewertungen schaffen die Grundlage für unser zukünftiges Erleben.

Wenn ich Schnee letztes Jahr doof gefunden habe und meinem Gehirn freie Fahrt lasse, werde ich dieses Jahr keine Chance bekommen, Schnee mögen zu lernen. Weil ich es ja doof finde und gar nicht nach draußen gehe.

Wie Schubladen entstehen

Wie ist das in der Kita: Stell dir Max vor, Max verschüttet häufig Tee beim Eingießen. Jetzt nimmt er die Teekanne in die Hand – wie reagierst du? Bist du fröhlich und offen und voller Vertrauen dass Max das schon schaffen wird. Oder bist du angespannt und innerlich schon auf dem Sprung einen Lappen zu holen oder nimmst du ihm die Kanne ab oder sagst ihm, dass er aufpassen soll? Bewertest du die Situation aufgrund vergangener Erfahrungen?

Dann ist das ganz schnell eine selbsterfüllende Prophezeiung. Max schüttet Tee ein, du wartest darauf, dass es schiefgehen wird und Max wird vor lauter Unsicherheit auch daneben schütten. Wenn du dich darin wiederfindest, hast du Max in eine Schublade gepackt und zwar vielleicht in die Schublade „Tollpatsch“ oder ähnliches. Du wirst Max von nun an immer häufiger auch in anderen Situationen als Tollpatsch wahrnehmen und dir so deine Einschätzung selbst bestätigen.

Unsere Interpretationen oder Bewertungen steuern unser Erleben. Und hindern uns daran neue Erfahrungen zu machen.

Im Beispiel mit Max hat dieser keine wirkliche Chance, sein Verhalten zu verändern und einen Lernschritt zu machen. Weil wir durch unsere Bewertungen Erwartungen erzeugen. Diese nimmt das Kind unbewusst war und reagiert entsprechend.

Genauso wie beim Schnee gibt es immer viele verschiedene Handlungsoptionen. Normalerweise laufen unsere Bewertungen automatisiert ab. Müssen sie aber nicht.

Der Max ist nicht zwingend tollpatschig, der Schnee nicht eklig,… Wir entscheiden mit unserer Bewertung, ob wir eine Situation mit positiven oder negativen Gefühlen verknüpfen. Und wir haben immer die Wahl, wie wir eine Situation bewerten. So könnten wir im Beispiel mit Max vielleicht einfach sehen, wie mutig er ist, dass er es immer wieder probiert. Dass er gerne selbstständig ist und mit Missgeschicken klarkommt. Und schon haben wir eine ganz andere Meinung von Max und verknüpfen ein anderes, ein positiveres Gefühl mit Max. In der Folge werden wir das Zusammensein mit Max mehr genießen und insgesamt im Alltag weniger gestresst sein.

Entspannt durch eine veränderte Sichtweise

Der erste Schritt zu einem entspannteren Alltag wäre also, dass du überprüfst, wo du Kinder in sogenannte negative Schubladen steckst, indem du deine Bewertung als einzig mögliche Handlungsoption erachtest. Und dann schon mal überlegst, welche positiven Schubladen du finden kannst. Denn unser Gehirn will immer ordnen und strukturieren. Deshalb ist es leichter neue, positive Schubladen zu finden als ganz darauf zu verzichten. Nimm es doch mal leicht, spiele ein bisschen mit verschiedenen Schubladen und probiere aus, mit welchen Bewertungen ihr im Alltag mehr Freude erleben könnt. Denn wir wissen ja Lernen ohne Freude ist nutzlos und deshalb benötigt ihr zuallererst eine fröhliche, eine freudige und wertschätzende Atmosphäre in eurer Kita.

In der nächsten Woche geht es dann hier weiter mit den Bewertungen, die du dir selber gegenüber nutzt und wie du liebevoller mit dir umgehen kannst, indem du den Bewertungs-Automatismus durchbrichst.    

Danke 🙂

…dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Artikel zu lesen.

Hat er dir gefallen? Hast du eigene Erfahrungen dazu, oder eine Frage? Dann schreib´ uns hier in die Kommentare, das würde mich riesig freuen!

Und denk immer daran: Wenn die Erzieher glücklich sind, geht es den Kindern gut. Und gemeinsam schaffen wir eine Welt, in der es sich zu leben lohnt!

Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag!

unterschrift-uli

1 Kommentar

  1. Claudia

    Ich finde einen Perspektivenwechsel immer wichtig. Gut dass ich noch Koleginnen habe mit denen ich mich austauschen kann, da sie eine andere Wahrnehmung haben und zum Teil andere Belastungsgrenzen. Die Kinder haben so vielfältige Möglichkeiten sich zu äußern. Wir müssen nur lernen unsere Hektik zu reduzieren, um Zeit zu haben diese zu spüren .
    Herzensbildungist schon seit langer Zeit mein Thema. Leider haben das die Erwachsen zum Teil verlernt.
    Ich freue mich auf die Fortbildung im Herbst und genieße den zwischenzeitlichen Input.
    Viele liebe Grüße
    Claudia Geibel

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