Und was ist mit meinen eigenen Bedürfnissen?

 

Hallihallo und herzlich Willkommen zum Artikel von dieser Woche! 

Schön, dass du wieder dabei bist und danke für all eure Kommentare und Mails zum letzten Artikel. Über Ostern haben wir uns als Familie eine Auszeit gegönnt und Ferien an der eiskalten aber wunderschönen Nordsee gemacht.

Das war total spannend für uns, weil es das erste Mal war, dass unser Ältester nicht mit gefahren ist und sich dadurch die Geschwisterrollen total verändert haben. Das hat einfach Spaß gemacht zu beobachten, wie alle jüngeren Kinder plötzlich ganz andere Verhaltensweisen entwickeln.

Eigentlich wollte ich auch trotzdem weiterhin Blogartikel veröffentlichen – aber irgendwie war mein Kopf so leer und da wollte gerade mal gar keine Idee sprudeln… und wir hatten wirklich laaaangsames Internet, so dass das mit dem Hochladen sowieso nicht wirklich geklappt hätte. Deshalb geht es heute wieder weiter. Viel Spaß!

Du bist mehr als pädagogische Fachkraft oder Erzieher*in - du bist eine Zukunftsfee
Es gibt eine Frage, die mir immer und immer wieder gestellt wird, wenn ich über bedürfnisorientiertes Arbeiten spreche. Nämlich die Frage, was denn dann mit den eigenen Bedürfnissen wäre. Dass es ja nicht sein könnte, dass es immer nur um die Bedürfnisse der Kinder geht. Sondern dass die Erwachsenen mit ihren Bedürfnissen ebenso wichtig sind. Und weil ich diese Frage so oft höre, habe ich mir gedacht ich schreibe mal darüber, vielleicht interessiert es dich auch.
 
 

Alle Bedürfnisse dürfen da sein!

Das ist erstmal der erste und wichtigste Grundsatz der bedürfnisorientierten Arbeit. Alle Bedürfnisse sind in Ordnung und dienen dem Leben. Es gibt keine guten und schlechten Bedürfnisse, denn alle sind gleichwertig. 
 
 

Wirklich alle?

Hier entsteht allerdings schon die erste Herausforderung: Denn wir Erwachsenen verhalten uns oft anders. Wenn wir beispielsweise entscheiden mit den Kindern rauszugehen und ein Kind darauf keine Lust hat – wie reagieren wir dann? Schenken wir dem kindlichen Bedürfnis wirklich dieselbe Bedeutung wie unserem eigenen/ der Entscheidung, die wir getroffen haben? Oder muss das Kind halt mit raus?
 
Oder wie verhalten wir uns, falls es im Raum sehr laut wird, weil die Kinder mit vollem Einsatz spielen? Neigen wir nicht oft dazu, die Kinder zur Ruhe anzuhalten? Dabei ist es doch gerade ihr Bedürfnis laut zu spielen. Und unser Bedürfnis ist vielleicht Ruhe. 
 
 

Siehst du immer alle Bedürfnisse gleichwertig nebeneinander?

Das ist die Frage, die du für dich beantworten darfst. Ich habe bei mir beobachtet, dass es immer bestimmte Bedürfnisse gab, da habe ich meine Sichtweise sozusagen “höher gerankt“ als die der kids. Oder auch andersherum. Falls du das von dir auch kennst, geht es im ersten Schritt darum, jedes Bedürfnis gleichwertig anzunehmen. 
 

Müssen alle Bedürfnisse erfüllt werden?

Das wäre vielleicht schön, wenn das möglich wäre, nur ganz ehrlich – das wird immer wieder nicht klappen. Einfach weil es zu viele verschiedene Bedürfnisse gibt. Beobachte doch mal in deinem Alltag, wann Bedürfnisse von Kindern eben nicht erfüllt werden können – einfach weil die Umstände es nicht zulassen. 
 
Da würde die Lena vielleicht gerne um 11 Uhr abgeholt werden, ihr Papa kommt aber erst um 15 Uhr. Oder der Fritz würde gerne den ganzen Tag auf deinem Schoß verbringen – aber die anderen Kinder brauchen dich auch. Es gibt also ganz viele Bedürfnisse von kleinen Kindern, die sowieso unerfüllbar sind.
 
Um den Fokus mal darauf zu richten haben viele Teilnehmer hier mit Strichlisten gearbeitet: Immer wenn ein Bedürfnis nicht erfüllt werden wird ein Strich gemacht. Um festzustellen, wie oft sich Kinder sowieso schon anpassen müssen. Du wirst vermutlich erstaunt sein. 
 

Jedes Bedürfnis darf da sein

Wenn bestimmte Bedürfnisse nicht erfüllt werden können, ist es dennoch essentiell, dieses Bedürfnis zu würdigen. Also dem Kind zu verstehen zu geben, dass es völlig in Ordnung ist, dass es gerne nach Hause möchte. Und dass du das gut verstehen kannst. Dass der Schmerz darüber, dass es nicht geht da sein darf. 
 
Prüfe das gerne für dich nach: Wenn deine Leitung/ dein Träger Verständnis für deine Situation zeigen auch wenn sie dir in einem bestimmten Aspekt nicht entgegen kommen können, fühlt es sich doch wesentlich besser an, als wenn sie dein Anliegen einfach abschmettern, oder?
 
Kinder fühlen sich wahrgenommen und gehört, wenn ihr Bedürfnis benannt wird und wenn sie erleben, dass ihre Bedürfnisse immer und immer wieder erfüllt werden, dann können sie auch immer besser damit leben, wenn es eben gerade mal nicht geht.
 

Zwischen Weiß und Schwarz liegt Grau  

Wenn wir den wirklichen Wunsch haben, bedürfnisorientiert zu arbeiten, dann dürfen wir uns auf die Reise hin zur Lösung begeben. 
Was ich jeden Tag erlebe ist, dass die Lösung immer dazwischen liegt. Wenn ich wirklich einen Weg finden will, wie möglichst viele Bedürfnisse erfüllt werden können, dann gibt es diesen auch.
 
Wenn es mir beispielsweise zu laut ist, die Kinder gerade aber energiegeladen spielen, dann gibt es doch immer Möglichkeiten beide Bedürfnisse zu erfüllen. Vielleicht kann ich mit einer Kollegin den Raum tauschen, mir für eine Weile Kopfhörer aufsetzen oder die Kinder können ihr Spiel draußen fortsetzen. 
 
Oder wenn nicht alle Kinder mit nach draußen gehen wollen, dann zeigen viele Kitas, dass es möglich ist, hier Lösungen zu finden, wie jedes Kind seinem Bedürfnis nachkommen kann. Vielleicht auch, in dem ich überlege, wie das Außengelände attraktiver werden kann.
 

Aaaaaber!

Höre ich hier häufig. Kinder müssen doch lernen, dass nicht immer alles geht. Und wir mussten das doch auch lernen. Und es hat uns auch nicht geschadet.
 
 

Wirklich?

 
Woher weißt du, dass es uns nicht geschadet hat? Und wie gerne hast du es heute, wenn du nicht gehört wirst? Geht es nicht gerade darum, einander mit mehr und mehr Würde zu begegnen. Wenn wir würdevoll mit Kindern umgehen, dann erfüllt das unser Herz. Weil einander gut tun positive Gefühle weckt. Nimm einfach dein Herz als Wegweiser. Spüre doch mal nach, wann du gerne bereit bist, den Kindern ihre Bedürfnisse zu erfüllen! 
 

Sorge gut für dich

Genau – bei den meisten Menschen gelingt das besonders dann, wenn sie gut für sich selbst sorgen. Wenn es dir gut geht, dann fällt es dir viel leichter, den Kindern gut zu tun. Wenn du es also besonders anstrengend findest, bedürfnisorientiert zu arbeiten, dann hast du in letzter Zeit vielleicht einfach zu wenig für dich gesorgt. 
 

Sei dabei!

 
Wenn wir am 5. Mai genau das tun – deine Akkus wieder aufladen, deine Bedürfnisse erfüllen und deine Motivation steigern. Denn ganz ehrlich: du hast den tollsten Beruf der Welt und du hast es verdient, dass du das jeden Tag genau so erleben kannst! Melde dich gerne dazu an – es wird einfach großartig und wir freuen uns auf DICH! Hier klicken um zur Seminar-Seite zu kommen

Danke 🙂

…dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Artikel zu lesen.

Hat er dir gefallen? Hast du eigene Erfahrungen dazu, oder eine Frage? Dann schreib´ uns hier in die Kommentare, das würde mich riesig freuen!

Und denk immer daran: Wenn die Erzieher glücklich sind, geht es den Kindern gut. Und gemeinsam schaffen wir eine Welt, in der es sich zu leben lohnt!

Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag! – Lass Dein Glück strahlen!

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