Wenn der Fehler im System liegt

 

Hallihallo und herzlich Willkommen zum Artikel von dieser Woche! 

 

Wie Stress im Alltag entsteht

Ich habe ja schon oft darüber geschrieben, wie Stress entsteht. Aus den Erfahrungen der letzten Woche, möchte ich heute nochmal kurz auf die verschiedenen Stress-Ebenen eingehen. In der Hoffnung, dass du für dich erkennen kannst, an welcher Stelle du ansetzen kannst, um einen entspannteren Alltag zu erleben.
 
 
1. Stress durch überzogene Erwartungen an dich selbst
 
Wenn du deinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wirst und dich dann womöglich noch mit anderen vergleichst, ist das ein sicherer Weg in die Stressfalle. Wunschdenken und Wirklichkeit stimmen nicht überein – und zack: Unglücklichsein ist garantiert. Wenn du hiervon betroffen bist – melde dich am besten schnell noch zum Stressfrei Seminar am 5. Mai an
 
 

2. Stress durch hohe Erwartungen an die Kinder

Manchmal entsteht Stress, wenn die Kinder nicht so funktionieren, wie wir gerne hätten. Dann beginnen wir zu schimpfen und versuchen mit aller Macht, unsere Vorstellungen durchzusetzen. Sei es jetzt, dass alle Kinder beim Essen ruhig sitzen bleiben, die Matschhose anziehen oder im Stuhlkreis leise sein sollen. In derFolge entsteht Stress. wenn wir dann lauter oder hektischer in der Stimme werden, dann mögen wir uns dabei selbst nicht so gerne. 
 

3.Stress durch Fehler in der Struktur

Wieder anderer Stress entsteht, wenn eure Strukturen zu wenig Spielraum für die kindlichen Bedürfnisse lassen. Wenn ihr im Alltag strikt getaktet seid, dann wird es einfach schwierig entspannt zum bleiben.
Du bist mehr als pädagogische Fachkraft oder Erzieher*in - du bist eine Zukunftsfee
Eigentlich ist das total skurril: Viele Fachkräfte beschreiben, dass sie diese festen Strukturen geschaffen haben, um einen geregelten und entspannten Alltag erleben zu können.
 
Den Kindern den Alltag zu erleichtern durch Rituale und gleichbleibende Abläufe. Die Wirkung ist leider meistens eine andere: Denn Kinder sind nun mal keine Maschinen.
 
Genau wie wir nicht jeden Tag Appetit auf das gleiche Essen haben oder nicht jeden Tag gerne dieselben Kleidungsstücke tragen, haben auch Kinder jeden Tag andere Bedürfnisse. Festgelegte Abläufe erzeugen Stress, wenn unsere Planung nicht mit den aktuellen Bedürfnissen der Kinder übereinstimmt.
 
Weil wir die Kinder dann immer überreden, überzeugen oder zwingen müssen, sich unseren Vorstellungen zu unterwerfen. 
 
 

Kinder-Protest ist toll!

Wenn Kinder sich jetzt widersetzen ist eigentlich alles prima. Weil sie uns damit zeigen, dass unsere Planung für sie nicht passt und vor allen Dingen, dass sie sich trauen uns das zu „sagen“ – auf ihre Weise.
 
Kinder, die protestieren, melden uns zurück, dass sie sich bei uns so sicher fühlen, dass sie uns auch ihre negativen Emotionen zeigen. Anstatt also gestresst zu sein, könnten wir uns darüber freuen, dass die Kinder uns darauf hinweisen, dass unsere Ideen für sie nicht stimmig sind.
 
Und überlegen, welche Strukturen sich relativ einfach verändern lassen. Denn ja manchmal sind Rituale wichtig. Aber niemals wichtiger als das Wohlergehen einzelner Kinder. 
 
 

Würdest du das mögen?

Prüfe das doch mal für dich nach: Wie bereit bist du, Dinge zu tun weil MAN das so macht? Wie sehr magst du Vorgaben von anderen, was du zu tun hast? Oder entscheidest du auch lieber für dich selbst?
 
Wenn wir den Kindern die Abläufe in der Kita vorgeben, werden sie nicht selbstständig werden. Sie werden lediglich lernen zu tun, was ihnen gesagt wird. In der Folge entwickeln sie keine Problemlösekompetenz und verlernen unkonventionell zu denken. 
 
 

Hausgemachter Stress

Gleichzeitig sind die Fachkräfte unglaublich gestresst und haben den halben Tag lang nur die Uhr im Blick. Hausgemachter Stress in der Kita – der keinem gut tut!
 
Deshalb fangt an, eure Strukturen zu überdenken – egal ob das feste Angebote, Turntage, Spielplatzzeiten, Frühstück, Mittagessen oder Stuhlkreis ist: meiner Erfahrung nach gibt es für jede Struktur flexiblere Lösungen, die alle entspannter sein lassen. Traut euch einfach überkommene Strukturen aufzubrechen und neue Wege auszuprobieren.
 
 

Testphasen

Ich erlebe häufig Kitas, die zu kurze Testphasen einplanen. Geht mal davon aus, dass ihr bestimmt 6-8 Wochen benötigt, um eine Veränderung einer Struktur zu testen. Einfach, weil alte Gewohnheiten bei den Erwachsenen und den Kindern aufgebrochen werden müssen und neue Abläufe entstehen müssen.
 
Wenn ihr nur zwei oder drei Wochen testet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr wieder verändert, bevor ihr wissen könnt, ob es funktioniert. Und alle Veränderungen haben am Anfang die Tendenz, Anlaufschwierigkeiten zu haben.
 
 

Eltern miteinbeziehen

Wenn ihr Veränderungen plant, dann bezieht die Eltern mit ein, indem ihr kurz über eure Veränderungen informiert. Ihr müsst sie nicht fragen, wenn ihr jedoch informiert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie euren Weg positiv begleiten größer.
 
Ich wünsche dir viel Freude mit euren hoffentlich bald gelockerten oder geänderten Strukturen! Und solltest du in einer Kita arbeiten, die schon viele Strukturen abgeschafft hat, dann schau doch noch mal hin, was euer nächster Schritt auf dem Weg zu einem noch entspannteren Arbeiten sein könnte.
 
Weißt du, es ist wie mit der Sonne: auch wenn es bewölkt ist, die Sonne ist immer da. Selbst wenn wir sie gar nicht sehen können. Im Kita-Alltag ist die Möglichkeit entspannt zu arbeiten auch immer da. Es stellt sich nur die Frage, ob du ihn siehst oder ob du immer nur die Wolken im Blick hast.
 
Herzliche Grüße und lass dein Glück strahlen!
Deine Uli

Danke 🙂

…dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Artikel zu lesen.

Hat er dir gefallen? Hast du eigene Erfahrungen dazu, oder eine Frage? Dann schreib´ uns hier in die Kommentare, das würde mich riesig freuen!

Und denk immer daran: Wenn die Erzieher glücklich sind, geht es den Kindern gut. Und gemeinsam schaffen wir eine Welt, in der es sich zu leben lohnt!

Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag! – Lass Dein Glück strahlen!

unterschrift-uli

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