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„Was Hänschen nicht lernt - lernt Hans nimmermehr!" - Essen und Tischmanieren in Krippe und Kita - ubstairs - Fortbildungsinstitut

Das hat mir auch nicht geschadet

Hallihallo und herzlich Willkommen zum Artikel von dieser Woche!

„Es gibt weder große Entdeckungen noch wahren Fortschritt, solange noch ein unglückliches Kind auf der Welt ist.“

Albert Einstein

So schön, dass du wieder dabei bist! Heute geht es weiter mit der Reihe über das Essen in der Kita. Wenn du den Artikel „Das hat mir auch nicht geschadet“ von letzter Woche noch nicht gelesen und den Podcast „Nur nicht stressen beim Essen“ noch nicht gehört hast – hol das unbedingt nach, denn die Inhalte bauen aufeinander auf und so kannst du maximal davon profitieren.

Nachdem wir also geklärt haben, wer entscheidet was und wann gegessen wird – nämlich das Kind – schauen wir heute auf die Frage wie gegessen werden soll – muss – kann. Also welche Rolle Tischmanieren spielen und wann Kinder diese erlernen sollten.

Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, warum ein neugeborenes Kind noch nicht sprechen kann? Oder überlegst du hin und wieder warum dreijährige noch keine Multiplikation können? Und hast du deshalb Sorge, dass diese Kinder das nicht lernen werden? Wohl kaum, oder?

Stattdessen gehen wir ganz selbstverständlich davon aus, dass die Kinder das zur gegebenen Zeit schon lernen werden. Und vertrauen darauf. Und es gibt viele andere Beispiele dafür: Inliner fahren, schwimmen, malen, schreiben, singen oder ein Instrument erlernen, Fussball spielen, voltigieren, klettern, Theater spielen, Fremdsprachen, Auto fahren… die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

So lernen Kinder Essen in der Krippe, in der Kita und bei der Tagesmuttes

„Was Hänschen nicht lernt – lernt Hans nimmermehr“

Bei den einen Themen gehen wir davon aus, dass das Kind es zur gegebenen Zeit schon lernen wird. Oder wir lassen dem Kind sogar die Wahl, was es lernen möchte – je nachdem wo seine Interessen liegen. Denn es ist uns völlig klar, dass nicht jeder alles kann – wir selber ja auch nicht.

Bei anderen Themen reagieren wir völlig anders.

Wir setzen die Kinder und uns selbst unter Druck, weil wir denken, das Kind müsste doch xy schon können. So erhielt ich beispielsweise eine Woche nach der Geburt unseres ältesten Sohns einen Anruf mit der Frage, ob er bereits durchschläft. Genauso abstrus finde ich den Gedanken, dass kleine Kinder bereits mit Besteck essen müssen.

Und die Erwartung einiger Fachkräfte, dass die Kinder wenn sie in den Regelbereich wechseln bereits mit Besteck essen können. Wieso gehen wir davon aus, dass Kinder, die in diesen jungen Jahren mit den Fingern essen, keine Essmanieren erlernen werden?

Zwischen dem Kindergarten- oder Krippenalter und der Volljährigkeit liegen doch noch viele, viele Jahre. Meinst du nicht Kinder lernen das „anständige“ Essen ganz von alleine?

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich „Essmanieren“ ganz von alleine entwickeln, wenn du mit gutem Beispiel vorangehst. Denn die Kinder imitieren uns immer.

Sobald die Kinder die körperlichen Kompetenzen entwickelt haben „ordentlich“ zu essen, werden sie das auch tun, wenn sie es sich bei jemandem abschauen können.

Allerdings erfordert das Essen mit Messer und Gabel oder auch mit Gabel und Löffel ganz schön viel Geschick. Und auch das Kauen mit geschlossenem Mund darf erlernt werden, ebenso das Sprechen mit leerem Mund.

Beobachte dich dabei doch mal selbst: Hältst du das immer ein? Oder gibt es Momente, in denen es dir so wichtig ist, etwas zu sagen, dass du auch mit vollem Mund sprichst?

Kinder, die mit den Händen essen dürfen, machen dabei taktile Erfahrungen. Das bedeutet, dass der Tastsinn geschult wird und so das Fundament für eine gute sensorische Integration gelegt wird.

Das kannst du in diesem Artikel hier nochmal nachlesen: https://www.ubstairs-weiterbildung.de/das-sensorische-grundsystem/

Gerade heutzutage, wo so viele Kinder so wenig Möglichkeiten für taktile Erfahrungen haben, ist dieses „Begreifen“ der Nahrungsmittel ein wichtiger Bestandteil der Sinnesentwicklung und somit des Lernens.

Auch am Esstisch trainieren die Kinder ihre wesentlichen Lernstrategien indem sie wiederholen, nachahmen und variieren. Mit dem Finger durch die Tomatensoße fahren ist folglich nur eine Variation von mit dem Stift oder Pinsel malen.

 

Sollen Kinder wie Schweine essen?

Nein natürlich nicht. Jedes Kind bekommt Besteck angeboten und darf das benutzen. Wenn Kinder die Hände benutzen oder auch mal mit dem Essen „spielen“ kannst du einfach darauf vertrauen, dass das Kind umso schneller ordentlich zu essen beginnt, je weniger du dieses Verhalten kommentierst. Denn dann wird das Kind mit der Zeit ganz von alleine beginnen, sich an dir und den älteren Kindern zu orientieren. Genauso, wie beim Laufen oder Sprechen lernen.

 

Warten bis alle fertig sind

Still am Tisch sitzen zu bleiben ist für Kinder einfach eine extreme Herausforderung. Eigentlich sollten wir froh sein über ihren Bewegungsdrang.

Denn der menschliche Körper ist für 19 Kilometer Bewegung am Tag gemacht. Da sind wir mit unserem vielen „Rumgesitze“ echt schlechte Vorbilder!

Wenn die Kinder nachdem sie satt sind, wieder aufstehen wollen, um sich zu bewegen, machen sie alles richtig. Denn der Körper benötigt Bewegung für die Verdauungstätigkeit.

Kein Wunder, wenn Kinder sich schwertun sitzen zu bleiben, bis alle fertig sind. Und auch zwischendurch immer mal hin- und her rutschen oder zappelig sind. Gerade für Krippenkinder ist es viel einfacher im Stehen zu essen als im sitzen.

 

Mach kein Drama draus

Je weniger du die Essmanieren oder das Verhalten des Kindes in der Essensituation kommentierst – wie das Kind isst oder was es isst – desto entspannter verläuft das Essen bei euch in der Kita und umso schneller lernt das Kind ganz spielerisch und leicht, so zu essen, wie ihr es vorlebt.

Sobald du beginnst am Esstisch zu ermahnen oder zu schimpfen, entsteht Stress. Das tut erstens keinem gut und zweitens ist lernen unter Stress viel schwieriger, weil der Hypothalamus dagegen „schießt“.

Also in diesem Sinne wünsche ich dir entspannte Essenszeiten, ohne Ermahnung und Geschimpfe mit viel Freude und Humor und viel Vertrauen in jedes einzelne Kind, dass es noch genug Zeit hat zu lernen. Nur zur Erinnerung: Wir sprechen von kleinen Kindern.

Auch wenn sie dir anders erscheinen – lass dir von mir gesagt sein: Unsere Jüngster ist jetzt acht Jahre und Kindergartenkinder sind wirklich kleine Kinder, die noch viiiieeeeel Zeit haben um zu lernen, zu reifen und zu wachsen.

Ich wünsche dir eine zauberhafte Woche voller Freude und mit ganz viel Lachen.

Nur noch für kurze Zeit läuft unsere Frühbucheraktion. Sichere dir einen der letzten Plätze zum Vorzugspreis und melde dich noch an für eine der Präsenzweiterbildungen 2018: Wenn Du hier klickst kommst du zur Übersicht!

Ich freue mich auf dich!

Danke 🙂

…dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Artikel zu lesen.

Hat er dir gefallen? Hast du eigene Erfahrungen dazu, oder eine Frage? Dann schreib´ uns hier in die Kommentare, das würde mich riesig freuen!

Und denk immer daran: Wenn die Erzieher glücklich sind, geht es den Kindern gut. Und gemeinsam schaffen wir eine Welt, in der es sich zu leben lohnt!

Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag!

unterschrift-uli

1 Kommentar

  1. Sofie

    Ist ja schön für dich und kannst du zuhause gerne so handhaben. Du bist aber eben nicht diejenige die zu zweit 12 Krippenkinder, den Tisch, die Stühle und den Fußboden danach sauber machen muss. Zum Essen haben wir ca. 30 Minuten Zeit, inklusive Nachtisch. Dann müssen wir aber auch alle Kinder innerhalb von 15 Minuten bettfertig bekommen. Das heißt sauber, ausgezogen…noch ein Buch angucken…runterkommen. Dann noch pädagogisch wertvoll Zähne putzen und ggf. wickeln – ohne Abfertigung (auch nur 15 Minuten Zeit)…dabei noch die Kinder von Wasserhähnen und Toilettenbecken fern halten, sonst sind sie wieder klatschnass…aufpassen das keiner stürzt und auf die Fliesen knallt.

    Jetzt stell dir mal vor die Kinder haben einen schlechten Tag…eigentlich reicht da schon ein Kind. Oder eins läuft aus oder was auch immer…dann war es nur noch eine Erzieherin mit 12 Kindern. Die andere muss sich ja um das eine Kind kümmern. Noch besser, eine krank…nur die Aushilfe da, kennt die Kinder nicht…oder die Abläufe…da jede Gruppe anders ist…

    Dann sollen die Kinder natürlich auch noch ausreichend schlafen…

    Jetzt hör ich schon Stimmen die sagen, dann fangt eher an zu essen…gerne, nur dann haben die Kinder eben noch weniger Angebots- oder Freispiel- oder Ausflugszeit (bei uns derzeit 1 Stunde)

    Klingt im Textbuch immer alles so wunderbar toll aber ist teilweise realitätsfern bei dem herkömmlichen Personalschlüssel, bzw. bei der verfügbaren Zeit.
    Es wäre wirklich toll wenn Eltern mal ganz realistisch darüber nachdenken würden. Die sind ja meist schon mit einem Kind voll ausgelastet..

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Bild: ©Q / fotolia.com

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Und hier geht´s zum einzigen deutschen Podcast für pädagogische Fachkräfte:


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